Mit dem Umbau in Morbach verfolgt elka das Ziel, seine Spanplattenproduktion wirtschaftlich und technisch zukunftsfähig aufzustellen. Das Familienunternehmen setzt einen hohen zweistelligen Millionenbetrag für neue Fertigungs- und Energieanlagen ein, ohne den bestehenden Betrieb zu unterbrechen. Geplant sind energiesparendere Verfahren, größere Formatmöglichkeiten und datenbasierte Prozesssteuerung durch künstliche Intelligenz. Die Maßnahmen sollen die Produktgüte erhöhen, Rohstoffe gezielter einsetzen und den Ausstoß von Emissionen reduzieren. Darüber hinaus sichert das Projekt Beschäftigung und Holzverarbeitung.
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Investitionssumme von Elka übersteigt Jahresumsatz am Standort Morbach deutlich

Die Zukunft des Standorts Morbach im Überblick (Foto: Frank Gemeinhardt)
Mit einem Investitionsprojekt von außergewöhnlicher Größenordnung bekräftigt elka sein langfristiges Bekenntnis zum Werk in Morbach. Das Unternehmen beziffert die Summe auf mehr als einen kompletten Jahresumsatz. Karl-Robert Kuntz sieht den Ersatz der bestehenden Produktionsanlage als notwendig an, weil deren dauerhafter Betrieb keine ausreichende Wirtschaftlichkeit mehr erwarten lasse. Für die Umsetzung mussten technische Konzepte, behördliche Zulassungen, gesicherte Finanzierungswege und belastbare Absatzperspektiven gleichzeitig vorhanden sein, nachvollziehbar bewertet werden und tragfähige Entscheidungen ermöglichen.
Umgesetzte Anlagen schaffen Basis für kapitalintensive nächste Ausbauschritte nun
Die Modernisierung erfolgt in mehreren aufeinander abgestimmten Etappen und ist so organisiert, dass die laufende Herstellung von Spanplatten nicht stillsteht. Seit dem Projektbeginn im Jahr 2022 wurden zentrale Vorstufen der Produktion erneuert. Dazu zählen das Zuschnittzentrum, die Messerringzerspanung sowie die Technik für Siebung und Beleimung. Mit diesen Maßnahmen verfügt das Werk über belastbare Prozessgrundlagen, auf denen die folgenden Großinvestitionen für den Ausbau der Produktionslinie technisch und wirtschaftlich tragfähig aufbauen lassen.
Neue Pressenstraße steigert Formateffizienz und Plattenqualität am Standort Morbach

elka Richtfest 2026 (Foto: Frank Gemeinhardt)
Die geplante Anlagenerweiterung bündelt Energieerzeugung, Trocknung, Materiallagerung und Plattenpressung in einem abgestimmten Gesamtkonzept. Eine zentrale Biomasse-Energieanlage liefert nahezu 20 Megawatt thermische Leistung. Der angeschlossene Niedertemperaturtrockner verbessert die energetische Nutzung der Prozesswärme. Geschlossene Lager nehmen Sägespäne und Hackschnitzel auf. Zusätzlich entsteht eine 165 Meter lange Form- und Pressenlinie, die Formatflexibilität, Produktionsleistung und Plattenqualität steigern soll. DIEFFENBACHER liefert dafür Kesselhaus und kontinuierliche Presse und begleitet die technische Integration am Produktionsstandort Morbach vor Ort.
Transformationsprojekt verbindet Klimaschutz, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit in Morbach
Mit dem Transformationsprogramm richtet elka seine Fertigung zugleich auf höhere Leistungsfähigkeit und geringere Emissionen aus. Das Unternehmen erwartet für Morbach eine Reduzierung der CO? Emissionen von ungefähr 40 Prozent. Die Energieversorgung auf Biomassebasis sowie die Trocknung bei niedrigeren Temperaturen sind dafür zentrale technische Elemente. Sie sollen Energieträger effizienter verwerten, Prozessverluste verringern und die Abhängigkeit von Energie reduzieren. Neben der Modernisierung der Produktion verbessert sich damit die Umweltbilanz des gesamten Standorts.
Vernetzte Daten verbessern Qualität, Energieeffizienz und Wissenstransfer in Produktion
Im modernisierten Werk soll künstliche Intelligenz als unterstützendes Werkzeug für die Prozessführung eingesetzt werden. Das System wertet fortlaufend Daten zu Anlagenzuständen, Materialströmen, Rezepturen und Energieverbrauch aus und vergleicht sie mit den Qualitätsmerkmalen der hergestellten Platten. So lassen sich mögliche Störungen und Qualitätsverluste frühzeitig erkennen. Die Auswertung schafft außerdem eine Grundlage für einen sparsameren Ressourceneinsatz. Erfahrene Mitarbeiter bewerten die Ergebnisse, treffen Entscheidungen und bringen ihr praktisches Wissen weiterhin aktiv ein.
Verlässliche Holzmengen sichern Investitionen Verarbeitung und regionale Arbeitsplätze dauerhaft
Im Mittelpunkt der Darstellung stand die Erkenntnis, dass Holz seinen größten ökonomischen Beitrag nicht allein beim Verkauf als Rundholz leistet. Entscheidend ist die Verarbeitung in regionalen Betrieben bis hin zu Produkten für den Bau. Landesforsten Rheinland-Pfalz beziffert die mögliche Bruttowertschöpfung je Kubikmeter auf bis zu 3.000 Euro. Für elka erfordert diese Wertschöpfungskette eine kontinuierliche Holzbereitstellung, damit Produktionsplanung, Kapitaleinsatz und Beschäftigung langfristig gesichert bleiben im ländlichen Raum verlässlich fortgeführt werden können.
Strategischer Austausch soll Rohstoffsicherung und nachhaltige Holznutzung dauerhaft stärken
Nach Auffassung des Unternehmens braucht Rheinland-Pfalz eine abgestimmte Strategie für Wald, Rohstoff und Bauwirtschaft. Ein Masterplan soll klimaresiliente Mischwälder fördern, die Versorgung der heimischen Holzverarbeitung langfristig absichern und den Holzbau ausweiten. Kuntz plädiert für regelmäßige Gespräche der zuständigen Minister mit Waldeigentümern, Förstern, Industrievertretern und Bauakteuren. Aus ihrer Sicht dürfen Förderinstrumente und rechtliche Vorgaben die nachhaltige Bewirtschaftung nicht behindern, da Stilllegungen und Nutzungseinschränkungen die verfügbare Rohstoffmenge für regionale Betriebe spürbar verringern.
Branche vereint 7500 Betriebe 54000 Beschäftigte und Milliardenumsätze landesweit
Nach Einschätzung von Ministerpräsident Gordon Schnieder ist die Forst-, Holz- und Papierwirtschaft ein zentraler Wirtschaftsfaktor in Rheinland-Pfalz. Etwa 7.500 Unternehmen gehören diesem Branchenverbund an und sichern rund 54.000 Arbeitsplätze. Der Umsatz liegt bei mehr als zehn Milliarden Euro jährlich. Schnieder verwies außerdem auf den Beitrag des Rohstoffs Holz zum Klimaschutz. Wälder binden Kohlenstoff, und Produkte aus Holz können langfristig Kohlenstoff speichern sowie Materialien mit höherem Energiebedarf ersetzen.
Aktive Waldbewirtschaftung soll Biodiversität, Klimaanpassung und Holzversorgung dauerhaft verbinden
Schnieder verwies darauf, dass die Koalition den Holzbau sowie einen steigenden Anteil des Rohstoffs Holz im Bauwesen politisch fördern will. Nach Auffassung von Staatsministerin Schneider setzt diese Strategie eine sichere Versorgung aus heimischen Wäldern voraus. Sie plädierte dafür, geeignete Nadelhölzer in klimastabilen Mischbeständen zu erhalten. Die Waldbewirtschaftung soll nach diesen Vorgaben zugleich die Anpassungsfähigkeit der Bestände erhöhen, biologische Vielfalt schützen und Holz nachhaltig für Verarbeitung, Bauwirtschaft und weitere Nutzungen bereitstellen.
Richtfest: Kuntz und Schnieder versenken Zeitkapsel für künftige Generationen
Als symbolischen Bestandteil des Bauvorhabens platzierten Larissa Kuntz und Gordon Schnieder beim Richtfest eine Zeitkapsel in einem Grundsteinkubus. Mit dem Einbetonieren des Kubus wird sie Teil des Fundaments der neuen Anlage. Ihr Inhalt umfasst Schriftstücke und Bilddokumente zur Firmengeschichte, darunter den Handelsregisterauszug von 1906, aktuelle Zeitungen, Luftaufnahmen, einen Gruß der Geschäftsleitung, ein Preisfoto der Familie Kuntz und eine elka strong board als materielles Zeichen des technologischen Aufbruchs am Standort Morbach.
Mit dem Ausbau investiert elka in die Zukunftsfähigkeit des Werks Morbach. Neue Produktionslinien ermöglichen größere Formatvielfalt, stabilere Prozesse und eine höhere Ausbringung bei gleichbleibend hohen Qualitätsanforderungen. Die Kombination aus Biomasse-Energieanlage, Trocknungstechnik und digitaler Prozesssteuerung verbessert die Energieeffizienz und reduziert Emissionen nach Unternehmensplanung deutlich. Dadurch wächst die Bedeutung des Standortes für regionale Dienstleister und Holzlieferanten. Voraussetzung bleibt eine langfristig abgesicherte Versorgung mit nachhaltig erzeugtem Industrieholz zu wirtschaftlich tragfähigen Preisen und Mengen.

