Energiewende erhält Schub durch Gas, Sonne und Windkraft 2025

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Mit einem Anteil von nahezu 27 Prozent am Primärenergieverbrauch behauptet Gas auch 2025 seine Position als zweitwichtigster Energieträger in Deutschland und ergänzt die Stromerzeugung aus Sonne und Wind. Auf der E-world in Essen unterstrich Dr. Timm Kehler von Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft die essenzielle Rolle gasförmiger Energieträger für die Gewährleistung einer stabilen Versorgung, die Erhöhung der Netzflexibilität und die Erreichung einer nachhaltigen CO2-Reduzierung in sämtlichen Wirtschaftsbereichen und langfristigen attraktiven Investitionsanreizen.

Anteil gasförmiger Energieträger erreicht 26,9 Prozent des Primärenergieverbrauchs Deutschlands

Deutschland verzeichnete im Jahr 2025 einen Anstieg des Gasverbrauchs um rund drei Prozent auf 835 TWh, womit Erdgas 26,9 Prozent des Primärenergieverbrauchs ausmacht (2024: 25,9 Prozent). Mit einem Verbrauch von 305 TWh nahm die Industrie den Spitzenplatz ein, jedoch steigerten auch Gewerbebetriebe, Wärmeversorger und Stromerzeuger ihre Nutzung. Dr. Timm Kehler von Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft betonte auf der E-world in Essen die essenzielle Rolle gasförmiger Kraftstoffe für Versorgungssicherheit und CO2-Neutralität.

2025 erzeugt Deutschland 56 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien

Deutschland produzierte 2025 etwa 509 TWh Strom, von denen 56 Prozent aus Wind-, Solar-, Wasser- und Bioenergie stammten. Auf Phasen mit Wind- und Solarerzeugung mussten Gaskraftwerke bis zu 72 Prozent der gesicherten Leistung übernehmen. Diese Anlagen stoßen rund 392 g CO2 pro Kilowattstunde aus und liegen damit deutlich unter den Emissionen von Steinkohle (860 g CO2/kWh) und Braunkohle (1120 g CO2/kWh). Ein Kapazitätsmechanismus schafft Planungssicherheit für neue flexible wasserstoffkompatible Anlagen.

Arbeitsgasvolumen von etwa 256 TWh sichert Versorgungssicherheit und Stabilität

Zum Ende der Heizperiode befanden sich Deutschlands Gasspeicher bei ungefähr 27,9 Prozent Füllstand, knapp unter der gesetzlich geforderten Marke von 30 Prozent zum 1. Februar. Das enthaltene Arbeitsgasvolumen von rund 256 Terawattstunden bildet eine wichtige Reserve für die Energiesicherheit. Gleichzeitig verringern höhere LNG-Zufuhren die üblicherweise größere Preisdifferenz zwischen Winter- und Sommermonaten. Dr. Kehler plädiert deshalb für angepasste Füllstandsvorgaben, um Versorgungsausfällen vorzubeugen und finanzielle Belastungen für Verbraucher merklich wirksam zu senken.

Fernwärme zu etwa 50 Prozent durch Erdgas zuverlässig versorgt

Mit einem Marktanteil von 56,2 Prozent bleibt Erdgas führendes Heizmedium in deutschen Wohnungen, während es in der Fernwärme etwa 50 Prozent abdeckt. Laut Statistik ging der Anteil von Heizöl seit 2000 von 23,3 auf 17,3 Prozent zurück, während Wärmepumpen nur 4,3 Prozent erreichen. Die Verkaufszahlen für Heizgeräte fielen 2025 um zwölf Prozent auf 627 000 Einheiten. Kehler mahnt zügige Gebäuderenovierungen an und verlangt ein flexibles, CO2-orientiertes Gesetz für hybride Heizsysteme zur Effizienzsteigerung sofort dringend ein.

525 Kilometer Wasserstoffleitungen bereits realisiert durch Umrüstung bestehender Gasinfrastruktur

Obwohl im Vorjahr noch Elektrolyseprojekte mit über elf Gigawatt Kapazität bis 2030 angekündigt wurden, belaufen sich die derzeit verbindlich geplanten Anlagen auf nur rund 7,2 Gigawatt. Parallel dazu sind bislang 525 Kilometer Wasserstoffrohrleitungen entstanden, überwiegend durch Konversion bestehender Erdgasinfrastruktur, und der Aufbau eines verbindlichen Kernnetzes wurde initiiert. Um die Wasserstoffwirtschaft voranzubringen, bedarf es nun klarer gesetzlicher Rahmen, verlässlicher Förderprogramme und marktgerechter Anreize. Investoren wünschen Rahmenbedingungen und Genehmigungsverfahren zur erfolgreichen Projektdurchführung.

260 Anlagen produzieren Biomethan 2025 klare Netzzugangsregeln jetzt gefordert

Deutschland speiste 2025 rund 11,5 TWh Biomethan in sein Gasnetz ein, primär für Wärme, aber zunehmend auch zur Deckung industrieller Prozesse, Stromerzeugung und Mobilität. Mit knapp 260 Aufbereitungsbetrieben schöpft die Branche ihr ökologisch-technisches Potenzial nur teilweise aus. Hemmnisse wie unklare Netzzugangsbedingungen, fehlende Massenbilanzierungsregeln und lückenhafte Herkunftsnachweise verzögern Investitionen. Dr. Kehler fordert klare, verlässliche Vorgaben und finanzielle Anreize, um das Ausbauvolumen deutlich zu steigern und CO2-Emissionen weiter zu senken.

Gasförmige Energieträger wie Erdgas, Wasserstoff und Biomethan bieten aufgrund ihrer guten Speichermöglichkeiten und schnellen Verfügbarkeit hohe Versorgungssicherheit. Sie ermöglichen flexible Einspeisung, indem Gaskraftwerke Lastspitzen ausgleichen und das Stromsystem stabilisieren. Im Wärmesektor sorgt Erdgas für pragmatische Emissionsreduktionen. Voraussetzung für die dauerhafte Nutzung dieser Potenziale sind ein funktionierender Kapazitätsmechanismus, angepasste Füllstandsvorgaben für Speicher sowie ein technologieoffenes, zukunftsfähiges Regelwerk für Gebäude und Wasserstoffanwendung. So gelingt die klimaschonende Transformation der Wärme-, Strom- und Industriesektoren.

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