Stromverbrauch sinkt deutlich und Erdgasbedarf leichter Anstieg treibt Verbrauch

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Im Vergleich zum Vorjahr verringerten 741 Berliner Industriebetriebe mit mehr als zwanzig Beschäftigten ihren Energieverbrauch im Jahr 2024 um 288 Terajoule auf insgesamt 9652 Terajoule. Die wesentlichen Einsparungen ergaben sich aus einem geringeren Strombedarf, einem drastischen Rückgang beim leichten Heizöl um etwa achtunddreißig Prozent sowie einer um rund elf Prozent gesenkten Fernwärmenutzung. Lediglich Erdgasverbrauch stieg leicht um null Komma zwei Prozent an. Dieser Abwärtstrend spiegelt steigende Energieeffizienz und Nachhaltigkeit wider.

Erdgasverbrauch Berliner Betriebe steigt moderat um 0,2 Prozent 2024

Im Jahr 2024 verbrauchten 741 Berliner Industriebetriebe insgesamt 9652 Terajoule an Energie unter Einsatz von Effizienzmaßnahmen. Der Stromanteil betrug 4539 Terajoule (47,0 Prozent), Erdgas trug 3883 Terajoule (40,2 Prozent) bei und Fernwärme erreichte 675 Terajoule (7,0 Prozent). Feste biogene Brennstoffe wurden mit 246 Terajoule (2,6 Prozent) eingesetzt, leichtes Heizöl fiel deutlich auf 178 Terajoule (1,8 Prozent). Der Erdgasverbrauch stieg um 0,2 Prozent, der Heizölbedarf sank um 37,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Herstellung elektrischer Ausrüstung verzeichnet im Durchschnitt 21 Prozent Rückgang

Nahezu 50 Prozent der untersuchten Berliner Industriebetriebe, konkret rund 350 Unternehmen, bezogen im Berichtsjahr Fernwärme über das städtische Netz. Dennoch verringerte sich ihr Gesamtverbrauch um 11,7 Prozent. Besonders die Hersteller elektrischer Ausrüstung wiesen mit einem Rückgang von 21 Prozent die größten Einsparungen auf. Verantwortlich dafür waren reduzierte Wärmebedarfe durch milde Witterung sowie implementierte Effizienzmaßnahmen, die eine merkliche Verringerung der Netzauslastung und gleichzeitig signifikante ökologische Vorteile erzeugten.

Optimierte Produktionsprozesse reduzieren Metallverarbeitung um 101 TJ Energieverbrauch deutlich

Mit einem Rückgang um insgesamt 96 Terajoule bei der Rohstoffverarbeitung und Feinbearbeitung von Metallen und einem weiteren Minus von 101 Terajoule in der Fertigung von Metallerzeugnissen behauptet die Metallbranche den ersten Platz im Energiesparranking. Entscheidende Faktoren für diese Reduktionen sind der Austausch veralteter Produktionsanlagen gegen hocheffiziente Modelle, die Implementierung digitaler Steuerungssysteme zur Prozessüberwachung sowie zielgerichtete Schulungsprogramme für das technische Personal. Regelmäßige Energieaudits und datenbasierte Analysen unterstützen die Verbesserung der Effizienz.

Sondersegmente erhöhen Energieverbrauch: 98 TJ und 63 TJ mehr

Die Analyse der Verbrauchsdaten zeigt, dass innerhalb des allgemeinen Trends zurückgehender Energieverbräuche einzelne Branchen gegenläufige Entwicklungen aufweisen. So erhöhte sich der Energiebedarf bei der Produktion sonstiger Waren um 98 Terajoule und im sonstigen Fahrzeugbau um 63 Terajoule gegenüber dem Vorjahr. Treiber hierfür sind gestiegene Herstellungsvolumina, komplexe Prozessschritte und spezifische Qualitätsanforderungen, die eine dauerhaft erhöhte Energiezufuhr erfordern und kurzfristige Einsparmaßnahmen beeinträchtigen. Langfristig sind abgestimmte Energiemanagementsysteme zur Stabilisierung des Verbrauchsniveaus dringend erforderlich.

Nur leichtem Energieverbrauchsrückgang in Nahrungs- und Pharmaherstellung dank Effizienz

Die beiden Energieintensivbranchen – die Nahrungs- und Futtermittelherstellung sowie die pharmazeutische Produktion – reduzierten ihren Energieverbrauch jeweils nur leicht um 1,0 % beziehungsweise 3,8 %. Durch etablierte Instandhaltungsprogramme, optimierte Maschinennutzung und gezielte Schichtplanung wurde eine konstante Anlagenverfügbarkeit gesichert. Mithilfe datenbasierter Steuerungen und adaptiver Lastverteilung konnten Effizienzreserven gehoben werden. Zusätzlich fördern interne Audits sowie Mitarbeiterschulungen die kontinuierliche Verbesserung der Energieperformance. Prozessdatenanalysen und erweitertes Energiemonitoring dienten außerdem der gezielten Identifikation weiterer Einsparpotenziale.

Bilanzfehler vermeiden: Industriekraftwerke verschlüsseln Erdgasverbrauch als Strom und Brennstoff

Innerhalb der Gesamtenergiebilanz industrieller Produktionsstätten können Industriekraftwerke eine Doppelerfassung verursachen. Die für den Eigenbedarf eingesetzten Gasbrenner liefern Strom, der wiederum als Verbrauch in der Bilanz auftaucht, während das verwendete Erdgas ebenfalls als primärer Brennstoff verbucht wird. Um valide, aussagekräftige Daten zu gewinnen, müssen Wirtschaftsprüfer und Energiemanager diese Doppelzählungen identifizieren, herausrechnen und durch abgestimmte Buchungslogiken eine konsolidierte Energieübersicht erstellen. Professionelle Softwarelösungen unterstützen dabei, Standardisierte Verfahren ermöglichen eine verlässliche Auswertung der Daten.

Heizöl- und Fernwärmerückgang treiben deutliche Kostensenkung und Klimaschutz voran

Im Zeitraum von 2015 bis 2024 senkten Berliner Industriebetriebe ihren Gesamtverbrauch an Energie um 26 Prozent und realisierten im Vergleich zum Vorjahr eine Einsparung von 288 Terajoule. Hauptgründe waren eine drastische Reduktion im Einsatz von leichtem Heizöl, eine Verringerung des Fernwärmebezugs und umfassende Effizienzsteigerungen in zentralen Industriezweigen. Der moderat gestiegene Bedarf an Erdgas weist dabei auf notwendige Investitionen in nachhaltige Energiestrategien und erneuerbare Technologien hin zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit und Umweltverträglichkeit.

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