Nachdem sie ihr Abitur abgeschlossen hatten, entschieden sich Carolina Maier und Rune Becker bewusst gegen ein Hochschulstudium und für eine handwerkliche Ausbildung. Ihre Berufe – Elektronikerin für Gebäudesystemintegration und Ausbau-Manager – kombinieren Elektrotechnik, Systemintegration und Bauprozesse. Sie profitieren von sicherer Beschäftigung, sofortiger Vergütung und praxisnaher Wissensvermittlung. Dabei fördern sie Energieeffizienz, Smart-Building-Technologien und nachhaltige Sanierungen. Das Zusammenspiel von Theorie und Praxis garantiert vielfältige Karriereoptionen und nachhaltige Technologieführung dauerhaftem innerbetrieblich steigendem Know-how.
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Elektronikerin-Auszubildende Maier verbindet Planung, Programmierung und Inbetriebnahme von Smart-Buildings

Carolina Maier. Elektro Breitling GmbH (Foto: Handwerkskammer Region Stuttgart)
Carolina Maier absolviert im zweiten Lehrjahr bei Elektro Breitling in Holzgerlingen eine handwerkliche Ausbildung zur Elektronikerin für Gebäudesystemintegration. In ihrem Alltag plant sie komplexe Smart-Building-Lösungen, programmiert Systemkomponenten und nimmt sie fachgerecht in Betrieb. Energieeffizienz, Wohnkomfort und nachhaltiger Klimaschutz stehen dabei im Fokus. Nach dem Abitur verzichtete sie bewusst aufs Studium, weil ihr praktische Arbeit mehr Stabilität, Einkommenssicherheit und zukunftsfähige Berufsperspektiven bietet. Theorie im Unterricht und Praxis auf der Baustelle ergänzen sich.
Praxisorientierte Ausbildung verbindet Planung, Programmierung und Inbetriebnahme intelligenter Gebäudesysteme
Carolina Maier verbindet in ihrem betrieblichen Werdegang die Bereiche Energie- und Gebäudetechnik sowie Systemintegration, indem sie abwechselnd im Planungsbüro tätig ist und komplexe Versuchsaufbauten auf Baustellen überprüft. Sie installiert intelligente Beleuchtungssysteme, motorisierte Jalousien und Fensterantriebe, aktualisiert Photovoltaikanlagen und balanciert Einspeisung und Verbrauch durch smarte Steuerung. Die regelmäßige praxisnahe Einarbeitung in neue Geräte und Software hält sie aktiv und begeistert sie, da sie so stetig Verantwortung und Vertrauen der Ausbilder gewinnt.
Handwerkliche Expertise bleibt unersetzlich trotz KI-gestützter Projektierung und Analyse
Carolina betrachtet KI als unterstützendes Werkzeug für die Projektplanung und Fehlerdiagnose, niemals jedoch als Ersatz handwerklicher Expertise. Sie unterstreicht, dass die Kombination aus technischem Verständnis und praktischer Umsetzung, insbesondere bei der Installation und Feinjustierung komplizierter Systeme, nicht automatisierbar ist. Stattdessen eröffnen KI-basierte Anwendungen Möglichkeiten für präzise Analysen und vorausschauende Wartungsentscheidungen, während die abschließende Bewertung und Anpassung der Anlagen stets fachliches Geschick und Erfahrung erfordern. Diese Prozesse bereichern das Zusammenspiel von Mann und Maschine.
Ausbau-Manager MeisterPlus Ausbildung kombiniert Stuckateurgesellen- und Meistertitel plus Energieberater

Rune Becker. Christian Gröber GmbH & Co. KG (Foto: Handwerkskammer Region Stuttgart)
Nachdem Rune Becker sein duales Hochschulstudium beendet hat, startet er bei der Christian Gröber GmbH & Co. KG eine Ausbildung zum Ausbau-Manager MeisterPlus für Raum und Fassade. Das praxisnahe Modell wendet sich an Abiturienten und Fachabiturienten und verknüpft handwerkliche Tätigkeiten in Putz-, Trockenbau- und Stuckateurarbeiten mit betriebswirtschaftlichen Schwerpunkten wie Unternehmensführung, Marketing und Vertrieb. Innerhalb von 3,5 Jahren erwirbt er den Gesellenbrief, den Meistertitel und kann zusätzlich eine Energieberater-Qualifikation optional erwerben.
Abendliches Engagement bei energetischen Sanierungen motiviert Fachkräfte zum Handeln
Im Rahmen seiner Ausbildung beschäftigt sich Rune Becker täglich mit vielfältigen handwerklichen Tätigkeiten wie Innenputz, Trockenbau, klassischem Stuck und kreativer Farbgestaltung. Er erlebt jeden Abend greifbare Ergebnisse, wenn Räume Konturen annehmen und Flächen veredelt sind. Die kontinuierliche Auseinandersetzung mit neuen Bauvorschriften und Techniken fordert ihn und erfordert abendliches Selbststudium. Gleichzeitig ermöglichen ihm energetische Sanierungsvorhaben, aktiv Klimaschutz zu betreiben und die Relevanz fachlicher Kompetenz auf der Baustelle zu bestätigen.
Passgenaue Besetzung: Handwerkskammer Stuttgart sichert Ausbildungswege für junge Menschen
Im Rahmen des Projekts Passgenaue Besetzung berät die Handwerkskammer Region Stuttgart Jugendliche zwischen 16 und 24 Jahren sowie interessierte Betriebe. Gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, vermittelt das Programm Ausbildungsplätze und Praktika, um Talente und Unternehmen passgenau zusammenzuführen. Darüber hinaus erhalten junge Bewerber Unterstützung bei der Anfertigung aussagekräftiger Lebensläufe und Anschreiben sowie Trainings für Vorstellungsgespräche. Das Ziel ist, unabhängig von schulischen Abschlüssen nachhaltige Einstiegschancen in handwerkliche Berufe zu schaffen.
Handwerkskammer unterstützt Betriebe mit primAQ-Beratung, Impulsen und langfristigen Zertifizierungen
Mit primAQ profitieren Handwerksbetriebe von einer praxisorientierten Beratung, die gezielt auf die Stärkung von Ausbildungsprozessen ausgerichtet ist. Nach eingehender Bestandsaufnahme entwickeln Fachleute individuelle Maßnahmen zur Verbesserung von Struktur, Organisation und Betreuung. Das Programm verleiht nach erfolgreicher Umsetzung eine zertifizierte Auszeichnung, deren Gültigkeit bis zu drei Jahre beträgt. Regelmäßige Rezertifizierungszyklen stellen sicher, dass die Ausbildungsstandards fortlaufend überprüft, angepasst und nachhaltig auf hohem Niveau gehalten werden.
Elektronikerinnen für Gebäudesystemintegration sichern krisenfeste Perspektiven durch praxisnahe Ausbildung
Die handwerklichen Ausbildungswege in der Region Stuttgart zeigen, wie Verbindung von praktischer Ausbildung, technologischem Fortschritt und wirtschaftlicher Eigenverantwortung gelingt. Elektronikerinnen für Gebäudesystemintegration beherrschen smarte Gebäudetechnik, Ausbau-Manager integrieren Putz-, Trockenbau- und Sanierungsarbeiten mit betriebswirtschaftlichen Kenntnissen. Diese dualen Konzepte bieten frühe Entlohnung, stabile Arbeitsplatzperspektiven sowie anspruchsvolle Projekte. Künstliche Intelligenz dient als Planungshilfe und Fehleranalyse, ohne handwerkliches Können zu ersetzen. Die Handwerkskammer ermöglicht über Passgenaue Besetzung und primAQ-Programm intensive individuelle Förderung beider Gruppen.

